„Handgreiflicher Mehrwert“

3 Posted by - 23. Juni 2015 - Analysen/Berichte, Marketing, Seismo-News, Trends

Es gibt einen deutlichen Trend zur Oberflächenveredelung von Buchumschlägen, mit dem Ziel, den Mehrwert des gedruckten Buchs buchstäblich begreifbar zu machen, konstatiert der Buchreport in seiner aktuellen Sonderausgabe und zitiert dabei auch Karl-Heinz Stockbauer von Seismografics.

Karl_Heinz_Stockbauer

Lesen Sie hier den entsprechenden Absatz:

Der Haptiktrend ist primär aus dem Wettbewerb geboren, nicht nur in der Profilierung gegenüber der digitalen Welt, sondern in erster Linie auch aus dem Wettbewerb
der Verlage untereinander. Was auf dem Stapel liegt und in die Hand genommen wird, hat höhere Chancen, auch gekauft zu werden. Was gut in der Hand liegt, bleibt länger drin – oft bis zur Kassenzone. „Wenn einer ein Buch erst mal in der Hand hat und es ist nicht zu teuer, fällt die Kaufentscheidung nach einer Zehntelsekunde“, behauptet Karl-Heinz Stockbauer, Verkaufsleiter beim Unterschleißheimer Verpackungs- und Produktionsdienstleister Seismografics und selbst ein erfahrener Verlagshersteller. Im Trend liegen vor allem besondere Oberflächen-Veredelungen und Bindearten, die fast beliebig miteinander kombiniert werden:
■Hochglänzende, hochglatte Spotlackierungen.
■Farbige Prägungen mit Farben oder Effektfolien.
■Prägungen ohne Farbauftrag, sogenannte Blindprägungen, die nur im Streiflicht sicht- und lesbar sind, dafür aber ein besonders starkes Relief spüren lassen.
■Reliefprägungen des Umschlagkartons bei kartonierten Titeln, die Schriften oder einzelne Gestaltungselemente außen hervortreten lassen.
■Besondere Formgebungen des Buchblocks, bei der der klassische Dreischneider beim Beschnitt des Blocks durch subtilere Werkzeuge ersetzt wird; Ergebnis: Abgerundete Ecken oder der „ebarbierte Schnitt“ nur am Kopf- und Fußsteg (wie etwa beim HoCa-Frühjahrsroman „Sonnenschein“).
■ Stanzperforationen des Umschlags.
■Voll farbige Schnittkanten, sogenannte Farbschnitte; diese Arbeit erledigen Tintenstrahlaggregate in der Bindestraße, die spezielle UV-getrocknete Tinten aufbringen.
Damit zieht ein Stapeltitel auch von der Seite gesehen die Blicke auf sich. Laut Stockbauer ginge technisch noch viel mehr, um alle Sinne anzusprechen: Blüten- und Kräuterdüfte in Garten- und Kochbüchern oder akustische Effekte.

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